Der längste Sommer Tirols.
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Wellenreiten am Inn

Wellenreiten am Inn

Wellenreiten am Inn

Tirols „Ol´ Man River“ – der Inn – zeigt sich jugendlich spritzig, wenn er Surfern bei Silz die perfekten Wellen serviert. Dabei kommt es nicht nur bei der Ausübung des Sports auf technische Meisterleistungen an. Ein Besuch bei Surfin‘ AUT, im Kalifornien der Alpen.

Da könnten andere Flüsse glatt grün werden vor Neid: Der Inn, einer der längs­ten, wasserreichsten und mächtigsten Alpenflüsse, zählt mittlerweile auch zu den Rekordhaltern in Bezug aufs Surfvergnügen. Im Rahmen der bekannten Oberländer Freizeit­arena AREA 47 am Eingang des Ötztales zeigt er Sportlichkeit und offeriert an der Innbrücke bei Silz eine grandiose Supersurfwelle. Er erfüllt damit Freizeitwünsche von Surfern und Wakeboardern im Alpenraum, aber auch Kajaker und Raftingboote können hier die perfekte Welle reiten. Allerdings ist ein Fluss ständig im Fluss, führt Hochwasser, transportiert Geröll und Geschiebe mit und lagert es mitunter genau dort ab, wo es gar nicht erwünscht ist. Und so kann es vorkommen, dass die perfekte Welle abflaut und man nachhelfen muss. 17 und 30 Meter breit sind die Anlagen des weitgehend naturbelassenen Areals, das Silz mit der größten künstlich angelegten Welle Europas zu einem Hotspot des Riversurfings macht. Vorausgesetzt, es läuft alles nach Wunsch.

Die Welle darf nicht absaufen
Wie Hansi Neuner, Geschäftsführer der AREA 47, erklärt, sei es ein schwieriges Unterfangen und eine technische Meisterleis­tung, eine Welle mit Steinwänden – denn kein anderes Hilfsmittel ist dabei erlaubt – so hinzubekommen, dass sie prima funktioniert und Surfing-Genuss bietet. Man kann nur in wasserarmen Zeiten an der Anlage arbeiten, ob es dann tatsächlich geklappt hat oder ob die Welle „absäuft“, zeigt sich jedoch erst, wenn im Mai und Juni das viele Schmelzwasser von den Bergen kommt. Auch gibt es kaum Baubüros, die sich mit den Berechnungen von optimalen Flusswellen beschäftigen. Zu viele Unbekannte gibt es dabei in der mathematischen Gleichung. Dennoch ist man in der AREA 47 auch für die kommende Saison zuversichtlich. Dann kann die Erfolgswelle weiter rollen, denn Riversurfing – das Surfen auf stehenden Wellen in Flüssen – wird zusehends beliebter und entwickelt sich ständig weiter. Sogar die ­Beach­girls und Beachboys, die ein Meer vor der Haustür haben, steigen gern von Zeit zu Zeit auf fließendes Gewässer um. Und die surfbegeisterten Töchter und Söhne der Alpen sind sowieso vom Fluss-Surfen angetan, was nicht nur damit zu tun hat, dass die Anlagen leicht und schnell erreichbar sind. Hansi Neuner: „Im Gegensatz zu den wechselnden Verhältnissen am Meer gibt es bei uns quasi eine Garantie, aufs Brett zu kommen. Nirgends in Tirol findet sich eine derart optimale Konstellation von Wasservolumen, Strömungsgeschwindigkeit und einer Brücke. Diese perfekte Kombination führt zu einer permanenten Welle.“

Auch Zuschauen macht Spaß
Man muss schon zu den Könnern gehören, um sich in die wilde Gischt des Flusslaufes zu wagen, das Fluss-Surfen ist jedoch auch für die Zuschauer attraktiv. Zahlreiche Contests zeigen die Weiterentwicklung in diesem Sport, das Repertoire an technischen Tricks und kraftvollen Turns der Athletinnen und Athleten wird immer größer. Aber auch den Hobbysurfern zuzuschauen ist atemberaubend. Die Logenplätze auf der Brücke oder am Flussufer bieten beste Aussichten, das kühne Treiben beobachten zu können. Und wer weiß – vielleicht bekommt man dabei Lust, sich ein neues, anspruchsvoll-sportliches Hobby zuzulegen. Damit das Leben spritzig bleibt und die Freude am Abenteuer noch Wellen schlägt.

 

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