Der längste Sommer Tirols.
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Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel

Es ist nicht jedem vergönnt, ein echter „Wegbereiter“ zu sein. Hansjörg Randl aus Telfs und Andreas Schatz aus Mieming sind es. Die ­beiden legen Gästen und Einheimischen in echter Handarbeit Wander-, Berg- und Radwege zu Füßen und sorgen für Orientierung auf dem ­dichten Wegenetz der Ferienregion Sonnen- plateau Mieming & Tirol Mitte.

» Wegeerhaltung von A bis Z « – kurz und prägnant fasst Hansjörg Randl sein Tätigkeitsfeld zusammen. Um dann umso weiter auszuholen, denn das Aufgabengebiet des quirligen 58-Jährigen und seines jungen, eher ruhigen Kollegen Andreas Schatz (23) aus Mieming lässt sich nicht in nur ein paar Worte kleiden. Die beiden Wegearbeiter der Ferienregion räumen Einheimischen und Gästen grob gesagt alle Hindernisse aus dem Weg. Und derer gibt es auf dem hunderte Kilometer umfassenden Berg- und Wanderwegenetz genug. „Es beginnt im Frühjahr mit dem Schneedruck, der Äste und ganze Bäume samt Wurzeln auf die Wege wirft. Wetter und Unwetter im Sommer bescheren Hangrutsche und Ausschwemmungen, Steinschlag und Felsstürze“, zählt Randl die »Favoriten« unter den Boten der Vergänglichkeit allen Menschenwerks auf. Und schließlich sei die Natur eben die Natur: die schön ausgebauten Steige und Wege wachsen schlicht wieder zu, und an den Bauten wie Brücken und Stegen nagt der korrosive Zahn der Zeit. Dann kommen Randl & Schatz in ihren jeweiligen Zuständigkeitsgebieten, die übrigens im Telfer „Alpl“ zusammenstoßen, zum Einsatz. Apropos Natur…

Immer mit der Natur
„Die Natur gibt dir alles vor, du brauchst dich nur daran zu halten“, nennt Andreas Schatz ein Rezept für seine Arbeit, das einfacher klingt als es ist. Denn will man in Gottes freier Natur auf solide Hilfsmittel wie Beton und Eisen verzichten, braucht’s Fantasie, Begabung und Erfahrung. „Wir sind bestrebt, alles aus Holz zu machen. Eine Bank zum Verweilen, die auf einem Lärchen-, statt auf einem Betonsockel steht, ist einfach einladender und authentischer. Oder eine Holzbrücke auf zwei Baumstämmen – das ist naturgerecht“, findet Hansjörg Randl, übrigens ein „Urgestein“ der Infrastrukturerhaltung. Sein Kollege macht den Job seit 2014, die Beweggründe sind bei beiden Naturburschen gleich: „Wir sind gern draußen in der Natur und in den Bergen. Es ist schön, etwas für Menschen zu schaffen, die sich in unserer herrlichen Landschaft erholen wollen und dabei schöne Wege und Steige vorfinden.“

Harter Job
Wer allerdings meint, die Arbeit sei nur romantisch, irrt, wie Randl betont: „Oft gehe ich zwei- oder drei Mal zu einem hochgelegenen Steig und wieder runter, um alleine nur das Material und das Werkzeug hinauf zu bringen. Von der oft tage- oder wochenlangen Arbeit ganz zu schweigen. Da brauchst du schon eine ordentliche Kondition und Ausdauer.“ Und man müsse schon genau überlegen, was man braucht und mitnimmt, um unfreiweillige zusätzliche Bergtouren zu vermeiden. Umso mehr freut’s die beiden Wegearbeiter, wenn Wandersleut’ die harte Arbeit honorieren, denn „Lob hören wir schon gerne. Und wir werden zum Glück viel angesprochen.“ Neben der Wegpflege erfüllen Randl und Schatz eine Vielzahl weiterer wichtiger Aufgaben. Hansjörg ist im Telfer Ortsteil Mösern für die Schneeräumung zuständig, Andreas macht zusammen mit Manfred Haider die komplette Loipenpräparierung am Mieminger Plateau – immerhin mehr als 80 Kilometer! Weiters liegen die Beschilderung mit den bekannten gelben Taferln, die Wegemarkierung (rot/weiß) und die Aufstellung der Stempelstellen in alpinen Höhen in ihren Händen. Eine unnötige, leider jedoch nötige Fleißaufgabe ist die Müllbeseitigung in der Natur. „Das Umweltbewusstsein der Wanderer und Bergsteiger könnte manchmal besser sein“, wünscht sich Andreas. Dazu steuert Hansjörg eine Anekdote bei: „Vor geraumer Zeit habe ich in einem Gebüsch eine merkwürdige Dose mit einer kleinen Rolle und irgendwelchen Dingen drin gefunden. Hab ich dann mitgenommen und fachgerecht entsorgt. Meine Kollegin im Infobüro klärte mich dann über den neuen Trendsport Geocaching auf…. Naja, liebe Geocacher, jetzt liegt dort halt ein neuer »Schatz« im Gebüsch und ich lass ihn, wo er ist. Versprochen!“

 

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