Der längste Sommer Tirols.
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Kunstvoller Rost bei der Rast

Kunstvoller Rost bei der Rast

Kunstvoller Rost bei der Rast

Kunstvoller Rost bei der Rast

Ein Geier umkreist geheimnisvolle mannshohe Köpfe – den „König und sein Gefolge“. Ein Drache namens Eliot faucht freundlich eine organisch anmutende Welle an, die grazil und versonnen mit einem Edelstein spielt. Das barbusige afrikanische Mädchen mit dem dichten Lockenkopf nimmt davon kaum Notiz, es bittet im Schatten gigantischer Blumen mit einem alten Topf um ein bisschen Metall aus Geldbörsen. Und auch der dürre Taucher ist konzentriert auf den bevorstehenden Sprung in ein grünes Meer… Willkommen in der Welt von Bernhard Witsch!

Paradies mit Patina
Hier, direkt an der Bundesstraße 171 auf Höhe Unterpettnau ein paar Kilometer östlich von Telfs, hat der Metallbildhauer aus Telfs auf rund 1.000 Quadratmetern einen Garten geschaffen, in dem Besonderes blüht. Auf der großen Wiese stehen zahlreiche Skulpturenc
aus seiner Hand, die Open-Air-Galerie ist das ganze Jahr über bei freiem Eintritt besuchenswert. Bänke, Steine oder einfach das Gras laden ein, in die Metall gewordene Imaginationskraft des Künstlers einzutauchen. Im Ensemble mit dem Campingplatz Tiefental und dem gegenüberliegenden Kulturgasthaus Köll – alles gut bewacht von mächtigen Trauerweiden – findet der Besucher ein kleines Paradies, in dem je nach Jahreszeit das helle Braun der patinierenden Kunst mit sattem Grün oder kristallenem Weiß kontrastiert. Ein Ort des Rastens und des Rostens. Und weil sich auch die fantastischste Welt immer weiter dreht, wird im Skulpturengarten durch Verkäufe und Schaffenskraft ein konstanter Wechsel stattfinden.

Vom Suchen und Finden
Sämtliche Skulpturen, -zig Meter Zaun, das Begrüßungsschild – alles mit Witschs eigener Hände Arbeit gesammelt, geschweißt, geflext, gebogen, antransportiert und aufgebaut. Ideelle und tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung bekam er vom Tourismusverband sowie von der Familie Köll. Der immer freundliche und herzliche gelernte Maschinenschlosser hat sich damit einen lange gehegten Traum erfüllt. Denn „Es ist einfach ein gutes Gefühl, altem, wertlosem Schrott zu einer Auferstehung zu verhelfen und den Menschen, die meine Kunst kaufen, damit eine Freude zu machen.“
Einen guten Teil seiner Zeit – neben reger Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland – verbringt Bernhard Witsch mit der Suche nach geeignetem Rohmaterial. Auf Schrottplätzen, in Metallcontainern, bei metallverarbeitenden Firmen, auf Dachböden und Kellern stöbert er auf, was seine Fantasie anregt: „Oft springt mich ein Teil förmlich an und ich weiß sofort, was daraus werden könnte.“
Der Zufall des Findens und die Vielfalt der Werkstoffe bilden ein Sammelsurium der Inspiration: „Wann was wie und warum entsteht, wird zum überwiegenden Teil aus dem Bauch heraus bestimmt. Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich meine Ideen, Emotionen und spontane Gedanken über die Kunst ausdrücken kann.“ Große Konzepte vermeidet er nach Möglichkeit genauso wie große Worte: „Meine Werke sollen für sich sprechen und zur eigenen Interpretation inspirieren.“ Spricht’s, setzt die Schutzbrille auf, dreht die Musik in seiner Werkstatt auf Dreiviertel und lässt mit der Flex Funken fliegen. Alles gesagt.

 

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