Von Apfelstrudel bis Schölfeler

Von Apfelstrudel bis Schölfeler

Von Apfelstrudel bis Schölfeler

Wo ist die Genussheimat der Erdäpfel (Kartoffel) und Äpfel? Genau in tirolmitte. Die beiden Basisprodukte der alpenländischen Küche finden für ihr Gedeihen hervorragende Bedingungen zwischen Silz und Inzing. Das brachte den Landwirten die Prädikate „Genussregion Oberländer Apfel“ und „Oberinntaler Erdäpfel“ vom Ministerium ein. Ein appetitlicher Lokalaugenschein samt Rezepttipp.

Im östlichen Beginn der Ferienregion tirolmitte liegt Inzing. Von Innsbruck kommend, breitet sich das typische Tiroler Dorf in der Blickachse zwischen Martinswand und Hohe Munde aus. Umgeben von großzügigen Grünflächen, Äckern und überschaubaren Obstplantagen, entzückt vor allem im Frühjahr die Apfelblüte. Selbst mit einigen alten Bäumen gesegnet, findet sich der Gasthof zum Stollhofer mitten im Ort. „Unsere Gravensteiner und Boskoop-Äpfel eignen sich besonders gut für den Apfel-Topfenstrudel, der von den Gästen sehr gerne gegessen wird“, sagt Juniorchef und Koch Josef Markt, der in bester Familientradition das seit 1582 existierende Gasthaus weiterführt. Von seiner Mutter stammt das Rezept für den saftigen Strudel, der oft in der Zirbengaststube serviert wird. Für eine amerikanische Reisedokumentation drang sogar ein Filmteam in die Stollhofer’sche Küche vor: „Die starken Scheinwerfer haben dabei unsere Kühlschranktür leicht versengt“, schmunzelt der junge Tiroler Wirt, „sie filmten ganze zwei Tage das Fabrizieren von Wiener Schnitzel mit Erdäpfelsalat“. Von letzterem ist an zunehmen, dass die Zutat Kartoffel aus der „Genussregion Oberinntaler Erdäpfel“ stammt, eine Auszeichnung, die die Bauern von tirolmitte stolz herzeigen. Appetitliche Schilder am Rande der Felder und Kulturen weisen darauf hin.

Radeln durch die Genussregion
Wer mit dem Rad durch die Genussregion tourt, kommt in der Erntezeit nicht nur zu schönen optischen Eindrücken, auch olfaktorisch gibt die Gegend einiges her. Der Geruch nach reifen Äpfeln der unterschiedlichsten Sorten belebt die Sinne. Auf das höchste konzentriert, kommen diese Noten in den Destillaten der Schnapsbrenner vor. Vielfach prämiert, gehören die Produzenten der regionalen typischen Edelbrände zu den besten ihres Faches. Sortenrein wird gebrannt, aber auch der Obstler ist von anhaltender Intensität. Einen vom ortsansässigen Brenner hergestellten Apfelschnaps kredenzt man im Gasthof zum Stollhofer gerne nach so gehaltvollen Kartoffelspeisen wie Topfen-Erdäpfel-Schlutzkrapfen, Erdäpfelwirler (Schmarren), gebackene Apfelradeln, Erdäpfelpuffer oder -suppe.

Genuss Wirte & Wochen
Zum Rückgrat der Tiroler Gastlichkeit zählen die alten Fuhrmannsgasthöfe entlang der so genannten „Salzstraße“, die vom Salinenort Hall aus über die Region tirolmitte führt durch Spalierobstplantagen und an den Erdäpfelfurchen vorbei. Eine kulinarische Rast lohnt allemal. Köstliche Gerichte wie das beliebte Tiroler Gröstl beherrschen die Küchenchefs aus dem Effeff, verfeinert wird auch ein Kartoffelgratin serviert oder man hat das Glück, pünktlich in der Erntezeit der frühen Erdäpfel, zu „Schölfeler“ eingeladen zu werden. Frische Kartoffel einfach gegart und mit Almbutter sowie Milch heiß genossen - das ist die Krönung des Geschmacks dieses Bodenschatzes. Eine junge Initiative von „Genusswirten“ zeugt in der Region tirolmitte von lukullischem Weitblick. Sie verpflichten sich freiwillig, regionale Produkte zu verarbeiten und bewerben mit saisonal abgestimmten vierteljährlichen Genusswochen die heimische Vielfalt an Lebensmitteln. Bei den Genusswirten „Berghof (Telfs/St. Veit), Restaurant Stefan (Bairbach), Tirolerhof (Telfs), Gasthaus Munde (Telfs) und Gasthaus Neurauter (Hatting) greifen gastronomische Spitzenleistung, Regionalität und der Gedanke der Nachhaltigkeit ineinander. Die „Genussregion Oberländer Erdäpfel und Äpfel“ kann auch auf den Spuren des Jakobsweges erkundet werden. Zahlreiche Gasthöfe säumen den beliebten Abschnitt der Pilgerstrecke nach Santiago de Compostela. Seit kurzem auch die neue Orangerie des Stiftes Stams, die mitten im Stiftsgarten eine faszinierende Wirkung entfaltet und u.a. den Apfelreichtum der Region in Form von Destillaten aus der Brennerei von Bruder Franz erschließt. Noch eine interessante Besonderheit ist der Erdäpfelkeller in Silz, wo die wertvollen Knollen produktgerecht lagern, um den vollen Genuss zu erreichen. Beim jährlichen Silzer Erdäpfelfest im September kann man sich von der Jahrgangsqualität mittels angebotener Speisen einen köstlichen Überblick verschaffen.

 

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