Hubsis Welt

Hubsis Welt

Hubsis Welt

Er ist Musiker, Komponist, Autor, Produzent und Musikverleger. Weiters Boss und Frontman der volkstüm - lichen Erfolgsgruppe „Trenkwalder“ und Moderator dreier Formate des deutschen „Gute-Laune-TV“. Und ja, er kennt die Achterbahn des Erfolges im harten Musikbusiness. Außerdem war er von 2003 bis 2008 Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mieminger Plateau und Fernpass-Seen. Heute ist er Tourismusbotschafter für seine Heimat. »ferienhoch.at« hat einen relaxten, aber immer noch visionenreichen Hubert Trenkwalder in seiner gemütlichen Wohnung in Mieming-Barwies zum Gespräch getroffen - beim Latte Macchiato mit dem, wie Hubert überzeugt ist, „besten Milchschaum weitum!“ Stimmt.

»ferienhoch.at«: Du absolvierst grade in den Tourismusregionen tirolmitte und Mieminger Plateau Dreharbeiten für „Hubsis Welt auf Reisen“, präsentierst einem Millionenpublikum die landschaftlichen und (volks-)kulturellen Besonderheiten der beiden Regionen. Ist das Gezeigte auch Hubsis Welt?
Hubert Trenkwalder: Um nicht zu übertreiben, ein theoretisches Millionenpublikum. Aber ein paar Hunderttausend ZuseherInnen pro Woche haben wir auch. Klar ist das, was ich präsentiere, auch meine Welt und sogar meine private Welt, ich lebe ja mittendrin. Ich lebe im Job und privat Authentizität, sie ist mir Ansporn und Erfolgsrezept. Es muss für touristische Destinationen Außenwerbung geben, beweisen muss man das Versprochene hier vor Ort. Das funktioniert nur, wenn beides übereinstimmt. Eben authentisch ist.

»ferienhoch.at«: Fernsehen, zumal Schlagerfernsehen, verspricht meist eine enorme Popularität. Merkst du das als Moderator?
Trenkwalder: Schon, ja. Immerhin ist „Hubsis Welt“ eine tägliche Sendung, die von Montag bis Freitag im entsprechenden Abo im ganzen deutschsprachigen Raum um 17 Uhr läuft. Das Witzigste, was mir in dieser Hinsicht passiert ist, war die Begegnung mit einer aus der Schweiz stammenden Dame, die mich mitten in Las Vegas auf der Straße angesprochen hat: „Dich kenn ich doch!“. Sie rief ihren Mann dazu und sagte ganz aufgeregt: „Schau mal Schatzi, Hubsis Welt isch auch hier!!“

»ferienhoch.at«: Du siehst dich als Außenwerber, man bezeichnet dich hier gerne auch als Tourismusbotschafter. Was erzählst du deinen Konzertbesuchern bzw. deinen Zusehern? Ist es nicht auch ein ziemlich unangenehmer Druck, immer Gutes sagen zu sollen?
Trenkwalder: Schau, jedem ist bewusst, dass auch in Tirol die Welt nicht perfekt ist. Aber grobe Sünden in touristischer Hinsicht passieren in unserem Land selten. Gerade mit unseren beiden Regionen bieten wir ein traumhaftes Stück Tirol und so können wir uns auch stolz präsentieren. Auch in dieser Hinsicht ist Authentizität alles. Und eine Tourismusregion muss auch von etwas leben können, dafür braucht es attraktive Einrichtungen. Ich habe die Möglichkeit, extrem viele Leute zu erreichen und denen erzähle ich, dass es schön bei uns ist. Das meine und lebe ich und das ist auch der Benefit für die Region. Zahlreiche unserer Fans kommen aufgrund eines „Trenkwalder“- Konzertes irgendwo in Deutschland aufs Plateau und sagen mir dann: „Ohne euch hätten wir das nie kennen gelernt“. Da geht mir das Herz auf!

»ferienhoch.at«: Und wo ist das kleine Paradies für den privaten Hubert Trenkwalder? Die CD „Café Toscana“ heißt dem Vernehmen nach auch nicht nur aus purem Zufall so?
Trenkwalder: Bis vor kurzem hätte ich auf diese Frage auch mit „In der Toscana“ geantwortet. Ja, ich liebe diese Gegend, die Landschaft, das Meer, die Leute, das Essen und den Wein. Kredenzt von einem grantigen Wirt, der mir in seiner Echtheit viel lieber ist als einer, der mir was vorspielt. Was übrigens auch hier gilt. Egal, ich bin mittlerweile schon so etwas wie ein Urlauber zu Hause. Wenn man so viel unterwegs ist, schätzt man das Heimkommen immer mehr. Hier ist mein Paradies, hier brauche ich mich nicht und nie- mandem sonst etwas zu erklären. Hier treffe ich meine Familie, meine Freunde, kann das Landkind sein, das ich bin.

»ferienhoch.at«: Echtheit, Glaubwürdigkeit scheint für dich das Um und Auf zu sein. Lässt sich dieser Anspruch an sich selbst und an andere in dem Business, in dem du tätig bist, wirklich leben und fordern?
Trenkwalder: Grundsätzlich: Wenn jemand gerne lügt, soll er lügen. Ich kann es nicht. Nicht mir selbst und nicht anderen gegenüber. Authentisch zu sein ist eine individuelle Angelegenheit und ich für mich bin es bzw. versuche es möglichst immer zu sein. Ich möchte mit „Trenkwalder“ den Leuten etwas geben, auch wenn es nur ein gutes Gefühl ist. Wenn mir jemand sagt: „Ich lege eure CD ein und dann geht es mir gut“, bekomme ich direkt ein schlechtes Gewissen, weil ich mir vielleicht noch mehr Mühe hätte geben können beim Komponieren. Ich habe in meinem Genre alle Höhen und Tiefen gesehen und kann sagen, dass wir mit dem Produkt „Trenkwalder“ dem nahe kommen, was man den Höhepunkt nennt. Die Band ist für mich reizvoller denn je, jetzt bekommen wir vieles zurück, was wir an Arbeit, Mühe und Kopfweh reingesteckt haben. Darauf kann ich uneingeschränkt stolz sein, das ist mein Output, mein kreatives Leben, das, was ich zu leisten imstande bin.

»ferienhoch.at«: Du bist glücklich?
Trenkwalder: Schwierige Frage. Ich habe seit geraumer Zeit das Gefühl, dass ich mit dem Zug fahre und nicht der Zug mit mir. Ich bin noch lange nicht zur Ruhe gekommen. Nein, ich bin kein glücklicher Mensch, wenn man das Glück als Ziel formuliert. Aber ich bin auf einem guten Weg, auf dem ich immer neue Schritte in diese Richtung setze.

»ferienhoch.at«: Das klingt nach Visionen?
Trenkwalder: Ja, auch wenn ich mit meinen 38 Jahren erkenne, dass sich so einiges nicht mehr ganz ausgehen wird. Das lässt mich aber auch relaxter sein als früher. Ich bin Kreativer und als solcher stehen mir viele Wege offen, was andere erfolgreiche Musikprojekte, bei denen ich mitmache, beweisen. Was ich sicher nicht mache, ist, mich im reiferen Alter in der Lederhose und mit flachsigen Haaren auf der Bühne zum Affen zu machen, nur um des Produktes willen. Den rechtzeitigen Absprung von der Bühne will und werde ich schaffen! Was nicht heißen soll, dass da schon konkret ein Karriereende in Aussicht ist. Wie gesagt, wir als „Trenkwalder“ nähern uns derzeit unserem Höhepunkt.

»ferienhoch.at«: Visionen gegenüber stehen Traditionen. Wie hältst du es damit?
Trenkwalder: Tradition ist ein Teil dessen, was mich ausmacht, ein guter Teil. Ich habe in meiner Kindheit und Jugend Werte vermittelt bekommen, die ich gerne weitertrage. Vereinsleben, Nachbarschaftshilfe, Anteilnahme sind wichtig für eine Dorfgemeinschaft. Das findet man hier am Land mehr als anderswo. Oder der Glaube, ohne den mir was abgehen würde, ohne den ich ambitionsmäßig ganz schön aufgeschmissen wäre. Nehmen wir als Beispiel einen Almabtrieb: In einen solchen bin ich vor kurzem in Ehrwald auf der Hauptstraße geraten und die Hirten machten wegen mir Autofahrer keine Anstalten, die Straße frei zu machen. Noch weniger die Kühe. In Ehrwald haben also die Kühe Vorrang! So etwas zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen! Auf der A7 durch Deutschland lächle ich nie, was Radarfotos beweisen. Für viele ist Tradition ein Gefängnis, ich finde sie - Verzeihung - geil!

 

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