Luzifer & die Erzeugnisse des Hausfleißes

Luzifer & die Erzeugnisse des Hausfleißes

Luzifer & die Erzeugnisse des Hausfleißes

Vor 80 Jahren wurde das Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck eröffnet. 2009 erhielt es ein neues Ausstellungskonzept. Warum jetzt eine überlange Teufelszunge die Fassade ziert und Luzifer die Rolle des Provokateurs inne hat, sorgt nicht nur für Überraschung im ehrwürdigen Gemäuer.

Volkskunst in Tirol ist in vielen Bräuchen und Riten gegenwärtig. Manches wird erst im Rahmen eines Museums deutlich. Noch angenehmer als ein theoretisches Konzept ist ein Rundgang im Schatten eines provokanten Begleiters. Auch wenn der auf den Namen Luzifer hört. Mit diesem „Ver-führer“ eröffnet sich das weite Feld der Tiroler Volkskunst mit seinem typischen Handwerk, den wunderbaren Krippen-Welten, den farbenfrohen Trachten, den beeindruckenden Holzstuben und der etwas anderen Weltkugel. Besonders für Familien ist das Eintauchen in die Welt der Vergangenheit des eigenwilligen Alpenlandes mit seiner reichen künstlerischen Vielfalt ein empfehlenswerter Abstecher für einen Ferien-Nachmittag.

Eines der schönsten seiner Art in Europa
Schon die pralle überlange Zunge Luzifers - grellrot und vom Obergeschoss bis zum Eingangstor reichend - verweist auf einen anregend- sinnlichen Inhalt. Die mit neuem Leben und einem Auftrag ausgestattete Luzifer- Figur stammt aus dem Nikolausspiel von Stumm im Zillertal. Er bringt die schöne, neu geordnete Museumswelt ordentlich durcheinander: Knapp über dem modernen Eingangsbereich samt Café und Shop thront der Provokateur auf einem Sammelsurium an Gegenständen, die das Dilemma des Sammelns anschaulich machen. Was gehört in ein Museum und was nicht?
In den Schauräumen mischt sich der Teuflische mittels Leuchtschriften ein, die irritierende Fragen zu den Exponaten aufwerfen. Das Volkskunstmuseum in Innsbruck gehört zu den schönsten seiner Art in Europa. Mit der Neuaufstellung gelingt es, den Charme seiner historischen Objekte in verführerischen Inszenierungen und wechselnden Raumstimmungen voll zur Geltung zu bringen.

Sein und Schein: 48 geschnitzte Figuren
Die größte und bedeutendste Sammlung Kulturgut aus dem alten Tirol (Nord/Südtirol und Trentino) beherbergt das Tiroler Volkskunstmuseum. Exponate verdeutlichen die sozialen Schichten, den Bauernstand, das Bürgertum und den Adel. Kunsthandwerke und Kunstgewerbe, Hausindustrie, Volksfrömmigkeit, Masken und Trachten illustrieren die Vergangenheit. Allein 48 handgeschnitzte überlebensgroße Figurinen präsentieren die stattlichen Tiroler Festtagstrachten.
Einen weiteren Höhepunkt bilden die getäfelten Stuben aus der Gotik, der Renaissance und dem Barock. Für das Museum eigens angefertigte Hörspiele hauchen den alten Räumen neues Leben ein und lassen Geschichte so spürbar werden.
Speziell für Kinder stehen Spiele, Quiz und Rätsel zur Verfügung, damit ein Rundgang samt Luzifer Spaß macht. In der angeschlossenen Hofkirche sind als grandioses Finale des Museumsbesuches die prächtigen Skulpturen - die so genannten „Schwarzmander“ am Grabmal Kaiser Maximilians zu sehen. Bereits im Vorfeld wird den Besuchern mittels multimedialem Vorspann die Dimension dieses Kaisergrabes bewusst gemacht. So macht ein Museumsbesuch allen Generationen Spaß.

 

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