Ich fühle mich als halber Tiroler
Tatort-Dreharbeiten am Möserer See mit Kollegen Alexander Mitterer

Ich fühle mich als halber Tiroler
v.l.: Regisseur Harald Sicheritz, Erfolgsautor Felix Mitterer und »Hauptkommissar Moritz Eisner«

Ich fühle mich als halber Tiroler

Der Schauspieler Harald Krassnitzer, der vielen TV-SeherInnen noch als »Bergdoktor« in Erinnerung ist, hat auch privat sein Herz an Tirol verloren. In der Rolle des heimatverbundenen Arztes Dr. Justus Hallstein »ordinierte« er zwei Jahre (1997/98) in Wildermieming (alias »Sonnenstein«) und am gesamten Mieminger Plateau. Mit den Menschen hier verbinde ihn vor allem eine gewisse aufrechte Sturheit, gesteht er ein. Im Interview sprach der sympathische Salzburger über seine liebsten Platzln, den neuen Tatort, der in Telfs gedreht wurde, mutige Politiker und über eine der schönsten Gegenden Österreichs.

»ferienhoch.at«: Sie haben mit dem Bergdoktor Ihren Durchbruch als Filmschauspieler geschafft. Wie sehr sind Sie der Region heute noch verbunden?
Krassnitzer: Sehr verbunden, weil noch viele Menschen hier leben, die ich zu meinen Freunden oder Bekannten zählen würde. Außerdem habe ich, wenn ich hierher komme, das Gefühl, dass sich viele Menschen sehr freuen, dass ich da bin. Ich bin auch wahnsinnig gerne da, weil es für mich eine der schönsten Gegenden Österreichs ist.

»ferienhoch.at«: Der Bergdoktor war ein großer Erfolg. Glauben Sie, dass die Landschaft auch dazu beigetragen hat?
Krassnitzer: Sie hat eine wesentliche Rolle gespielt. Das war sozusagen der zweite oder dritte Hauptdarsteller. Die Geschichten, die wir erzählt haben, waren zwar spannend, aber andererseits zählt das nur, wenn man ein entsprechendes Ambiente hat. Die ganze Region hat einfach unglaublich viel zu bieten.

»ferienhoch.at«: Was ist Ihr liebstes Platzl in Tirol?
Krassnitzer: Schon das Mieminger Plateau. Es ist wunderbar im kleinen Gastgarten vom Gasthaus »Stiegl« zu sitzen, oder durch die Lärchenwälder hinterm »Schwarzen Adler« spazieren zu gehen. Gerne gehe ich auch auf den Grünberg, dort hat man eine wunderschöne Aussicht.

»ferienhoch.at«: Sie besitzen ein Haus in Tirol. Wohnen Sie dort auch?
Krassnitzer: Nein, ich wohne noch nicht darin. Das ist ein altes Haus, das habe ich jetzt ziemlich lange renoviert, weil ich es möglichst original erhalten und nicht abreißen wollte. Nachdem es eines dieser schönen Häuser ist, die Gott sei Dank noch häufiger da herumstehen, hab ich mir gedacht, ich nehme einfach ein bisschen mehr Geld in die Hand. Das Haus ist sicher hundert Jahre alt mit einer schönen Zirbenstube.

»ferienhoch.at«: Ein schneller Szenenwechsel: Telfs ist im August 2008 zum Drehort für einen Tatort aus der Feder von Erfolgsautor Felix Mitterer geworden. In »Baum der Erlösung« geht es auch um das Minarett, das hier gebaut worden ist. Ist die Gemeinde Telfs für Sie ein Beispiel für gelebte Integration?
Krassnitzer: Ich glaube, dass diese Tatort-Folge wichtig ist. Als ich das erste Mal das Minarett gesehen habe, habe ich die Welt nicht mehr verstanden. In Restösterreich hat man ja den Eindruck gewonnen, dass da die Hagia Sophia steht. Die Menschen haben ein Recht, den Gebetsraum einzurichten und dieses Türml dazu zu stellen. So wie das die Menschen in Telfs mit der Integration betreiben, hat das eine Vorbildfunktion. Ich würde mir mehr so anständige Politiker wünschen, die auch Maßnahmen treffen, von denen sie wissen, dass sie bei der nächsten Wahl von den Ewiggestrigen einen Denkzettel bekommen.

»ferienhoch.at«: Bereits zum zehnten Mal kommen Sie als Kommissar Moritz Eisner nach Tirol. Diese Tatorte leben auch von der Reibung zwischen dem Großstädter und den Tirolern. Wie haben Sie die Tiroler erlebt?
Krassnitzer: Ich tue mich da schwer, weil ich mich ja selbst als halber Tiroler fühle. Insofern glaube ich, darf ich das Maul nicht zu weit aufreißen und schimpfen. Viel von dem, was die Tiroler an Eigenschaften haben, eine gewisse aufrechte Sturheit, oder nennen wir es Hartnäckigkeit, habe ich auch. Ansonsten ist es ein Klischee, eine lustige Spielart, dass die Wiener daherkommen und sagen wollen, wo es langgeht.

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