Frittieren mit Friedolina
Friedolina vor dem "Goldenen Adler" in Flaurling

Frittieren mit Friedolina
Äpfel frisch vom Baum schmecken am besten!

Frittieren mit Friedolina

Genuss ist kein leichtes Spiel, sang schon Konstantin Wecker im letzten Jahrtausend. Für kulina rischen Genuss braucht es Erfahrung - und Produkte aus einer verbrieften »Genuss Region«. tirolmitte zählt zur Genuss Region »Oberländer Apfel« und zu den Erdäpfel-(Kartoffel)-Anbaugebieten Tirols. Meister der heimischen Küche verraten Bekanntes und Pikantes – »Pommes« Appetit!

Nicht von ungefähr wählen wir die Zeit der Apfelblüte und des Erdäpfelsetzens für eine Frühlings-Rad-„Tour de frites“. Was zum Beispiel im Veneto als italienisches Nationalgericht „Fritto misto“ immer und überall auf den Tisch kommt und doch so „tipico“ wirkt, ist unsere Ausgangsthese: Frittiertes verbindet die Völker, sagen wir uns, und doch gibt es eine köstliche lokale Vielfalt in der knusprig gebackenen Globalisierung.

Unser Ehrgeiz: zwischen den gehaltvollen Wirtshausstopps – und an Möglichkeiten gibt es da viele zwischen Inzing und Silz - sollten die nahrhaft-frittierten Tiroler Apfel- und Erdäpfelspeisen mit kräftigen Radattacken abgebaut werden. In die Pedale steigen wir kurz vor Inzing angesichts des prächtig grün in der Morgensonne leuchtenden Hinweisschildes „Genuss Region Oberländer Apfel“. Auf diesem Teil der alten Salzstraße - vom Salinenort Hall aus - führt der Radweg flankiert von Spalierobstplantagen und Erdäpfelfurchen über Hatting nach Flaurling und dort zu einem jener alten „Fuhrmannsgasthöfe“, die in längst vergangenen Zeiten das Rückgrat Tiroler Gastfreundlichkeit bildeten. Unsere Räder finden ausreichend Platz auf dem gepflasterten Vorhof des aus dem 13. Jahrhundert stammenden Wirtshaus „Goldener Adler“. Der an ein Bauernhaus erinnernde Bau mit bunter Lüftlmalerei an der Außenfassade und die beiden Gaststuben mit Kachelöfen ist das Reich von Elfriede und Friedolina Praxmarer, deren Familie die Wirtschaft seit fast 100 Jahren führt.

Erdäpfelschmarrn mit Marmelade

Die 78-jährige Friedolina ist ein wandelndes historisches Kochbuch. Sie kennt alle bäuerlichen Gerichte aus der Praxis eines langen Köchinnenlebens: „Erdäpfelpaunzen, -puffer, - knödel, -suppe, -gröstl und –schmarren, letzterer in der Eisenpfanne in heißem Butterschmalz gebacken und manchmal sogar mit Marmelade gegessen, das waren die Genüsse vergangener Tage, sinniert die Altwirtin. Beim Stichwort „frittiert“ fallen ihr sofort die Apfelkiachl ein. Die heißen in Italien übrigens Mele fritte und bestehen da wie dort aus Apfelscheiben, die in Backteig getunkt in heißem Öl schwimmend gebacken werden. Friedolina eilt zurück in die Küche, um die lokale Spezialität „gefüllter Tiroler Rahmrostbraten“ (natürlich mit Erdäpfelkroketten) vorzubereiten. Im angenehm kühlen von Kastanienbäumen beschatteten Gastgarten wählen wir für ein frühes Mittagessen dann doch ein klassisches Tiroler Gröstl aus knusprigen Oberländer Erdäpfeln mit Rindfleisch und Zwiebeln.


Und sollten Sie jetzt Lust auf »Friedolinas Apfelkiachl« oder ein klassisches »Tiroler Gröstl« bekommen haben - die Rezepte dazu finden Sie in der Print-Ausgabe von ferienhoch.at.

Magazin hier anfordern...

 

zurück...