Gepresst und gebrannt
Bruder Franz betreut die Schnapsbrennerei im Stift Stams

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Florian Kranebitter ist "Newcomer des Jahres"

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Reiche Destillata-Ernte für Helmut Kranewitter

Gepresst und gebrannt
Süße Früchte wachsen in Mairs Beerengarten

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Bruder Franz ist anders als der von Assisi rein den Obstbäumen zugetan, weniger den Tieren. Mäuse sind sogar seine schlimmsten Feinde, gegen die Beten ausnahmsweise nicht hilft. Die Früchte der 2000 Bäume im Klostergarten von Stift Stams liefern ihm die Grundlage für köstliche Destillate. Alles Schnaps in der Mitte Tirols, oder was?

Todsünden beim Schnapsbrennen

Im Stift Stams hat die Schnapsbrennerei seinen Ursprung im 16. Jahrhundert. Die heute mit einer Kolonnenbrennanlage bestens ausgerüstete Destillerie im riesigen Kellergewölbe des Konventtraktes ist im Besitz des „Großen Theresianischen Brennrechts“. Kaiserin Maria Theresia zeigte ihr Wohlwollen gegenüber den Tirolern, in dem sie ihnen eine höhere Steuermenge zugestand und großzügig die 3-Hektoliter-Brennrechte gewährte.

Bruder Franz, gelernter Bäcker und seit 1989 Frater im Stift Stams, betreut seit über 15 Jahren die Schnapsbrennerei und die dazuge - hörige 1,7 Hektar große Obstplantage hinter Klostermauern. Vor kurzem erst pflanzte er mit seinen Helfern eine neue, 150 Bäume umfassende Viertelstockanlage, die er beim täglichen Rundgang sorgenvoll betrachtet: „Die Mäuse sind eine echte Gefahr für die kleinen Obstbäume. Sie fressen die Wurzeln ab und man kommt den Viechern einfach nicht bei“, mault er beleidigt, ob der unterirdischen Niedertracht im Klosteranger. Sein ansonsten sonniges Gemüt hellt sich erst wieder beim Anblick der Bauchnabel hohen Äste der jungen „Geheimrat Oldenburg“ Apfelbäumchen auf. Diese besonders widerstandsfähige Sorte von saftigen Früchten eignet sich bestens für Säfte, Most, Apfelessig, Marmeladen, Liköre und Obstler – eben die ganze breite Palette des Angebots im Klosterladen des Zisterzienserstiftes Stams.

40 Tonnen Obst werden jährlich geerntet, darunter neben dem Oldenburg auch Gala, Idared, Tiroler und Italienische Zwetschke, Birnen... und auch Quitten – die Verarbeitung letzterer ist eine große Herausforderung für einen Brennmeister, das Ergebnis oft überwältigend.„ Zu den Todsünden eines Brenners zählt der Geiz“, weiht Bruder Franz die Zuhörer seiner regelmäßigen Führungen in Des tilliergeheimnisse ein, „denn wer aus Sparsamkeitsgründen zu wenig Vorlauf wegschüttet, hat ein Problem mit der Reinheit des Edelbrand-Geschmacks“.

Obstler? Das ist nur der Anfang

Höchste Weihen für den Geschmack seiner Edelbrände empfing heuer der 28 Jahre junge Inzinger Florian Kranebitter bei der bedeutendsten Spirituosen prämierung, der „Destillata“. Er darf sich ab sofort Edelbrenner des Jahres/Bronze und gleichzeitig auch „Newcomer des Jahres“ nennen. Mit seinen Edelbränden Obstler Cuvée, Spänling, Kirschbrand und dem Arlet Apfel feierte der Tiroler eine fulminante Premiere auf dem inter - nationalen Parkett und ist nun offiziell der dritt beste Schnapsbrenner der Welt. Insgesamt wurde die Abfindungsbrennerei Kranebitter mit 13 Medaillen ausgezeichnet.

Lust auch noch mehr »Hochgeistiges«? Etwa aus der Brennerei "Zeisele" in Telfs, die allen 2007 nicht weniger als 14 Destillata-Medaillen einheimste oder aus Mairs Beerengarten in Rietz? ferienhoch.at bietet in seiner Print-Ausgabe auch eine Liste der besten Schnaps-Brenner der Region.

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