Der längste Sommer Tirols.
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Bodenständig & guat: Tiroler Koscht ab Hof

Bodenständig & guat: Tiroler Koscht ab Hof

Bodenständig & guat: Tiroler Koscht ab Hof

Bodenständig & guat: Tiroler Koscht ab Hof

Bodenständig & guat: Tiroler Koscht ab Hof

Die Antworten von Tirols Landwirten auf „direct marketing“ sind Bauernladen und Bauernmarkt. Und das seit einer Zeit, als es diesen Begriff in der Werbung noch gar nicht gab. sonnenzeit hat Pioniere der bäuerlichen ­Direktvermarktung in Oberhofen besucht.

»GRIASS ENK. KATTLER’S HOFLADEN GEÖFFNET« verraten mehrere Schilder rund ums Haus, dass man hier an der richtigen Adresse ist. Eine alteingesessene Bauerschaft, traditionelle Tiroler Bauweise, moderner Fuhrpark, alles sehr aufgeräumt. Die Tür zum Hofladen markiert eine dieser Tafeln. Die Kattlers, das sind Elisabeth & Norbert Fritz sowie ihr Sohn Christian und seine Frau Manuela. Und Johanna (2), die Enkelin. Gemeinsam produzieren sie für ihren Hofladen und den Bauernmarkt in Telfs. Jeder, was er halt am besten kann, meist sieben Tage die Woche. Wobei Johannas Beitrag das Herauspicken der Rosinen aus den süßen Brötchen ist.

Regionale Vielfalt
Der Besucher ist bass erstaunt ob der Vielfalt, die da in der Vitrine liegt und in den Regalen steht. In alphabetischer Reihenfolge: Aufstriche, Bauernbutter, Bauernsulze, Brotsorten aus hauseigenem Getreide, Bündnerfleisch, Erdäpfel, Frischkäse, Hartwurst, Joghurt, Kaminwurzen, Kekse, Kuchen, Liköre, Marmeladen, Mehle, Müsli, „Schibli“ (am besten selbst herausfinden, was das ist), Speck, Strudel, süße Köstlichkeiten, ­Ver­hackertes, Weichkäse,… Das Angebot variiert saisonal, eines bleibt das ganze Jahr über gleich: „Wir veredeln hauseigene Rohwaren, wie Fleisch, Milch, Eier und Mehl zu schmackhaften, bodenständigen Köstlichkeiten“, erklärt Manuela Fritz. Sie umschreibt damit das Tätigkeitsfeld aller bäuerlichen Direktvermarkter (siehe Aufzählung) in der Ferienregion Sonnenplateau & Tirol Mitte, wenngleich jeder seine ganz individuellen Spezialitäten und Besonderheiten hat. Sie bieten Kost für Genießer mit Sinn für frische, regionale und nachhaltige Produkte, gewachsen, veredelt und verkauft in Tirol.

Bauernmark(e)t(ing)
Der eigene Hofladen ist eine Möglichkeit, die bäuerlichen Erzeugnisse an den Mann und die Frau zu bringen, Bauernmärkte und Bauernläden (siehe Randspalte) mit mehreren Anbietern sind eine weitere. In Telfs und Mieming finden mehrmals pro Woche Bauernmärkte statt, wo es saisonale bäuerliche Produkte zu kaufen gibt. In Inzing führt sogar ein eigener Bauernladen seit vielen Jahren erfolgreich ein umfangreiches Sortiment. Eine, die seit 1989 (2014 war 25-Jahr-Jubiläum) wöchentlich mit ihren Produkten am Telfer Bauernmarkt steht, ist Elisabeth Fritz, sozusagen ein „Urgestein“ der Direktvermarktung. „Butter, Speck und Wurst, damit haben wir begonnen. Dann ist der Käse dazugekommen und so hat sich das halt entwi­ckelt“, erinnert sie sich zurück, während die kleine Johanna auf den Arm der Oma drängt.

Zukunft aus Tradition
Aber lohnt sich das alles? Mit der Frage hat Vollerwerbsbauer Christian Fritz schon gerechnet: „Der Hofladen und der Bauernmarkt sichern uns ca. ein Drittel unseres Einkommens. Darum geht es zwar auch, aber nicht nur. Das Wichtigste ist, dass wir weiterführen, was wir von unseren Eltern übernommen haben.“ Seine Frau ergänzt: „Es ist ein schöner Beruf und eine Leidenschaft, das zu veredeln, was man anbaut. Ich will wissen, was wir essen. Und ich gebe unsere Produkte gerne weiter an Menschen, die das zu schätzen wissen.“ Und das sind viele, denn die Kunden geben sich an diesem Nachmittag die Klinke in die Hand. Die Arbeit im eigenen Hause sichert Manuela das Einkommen, sie muss nicht auswärts arbeiten gehen. Es bedeutet aber auch, dass ihre Küche die ganze Woche nicht kalt wird – insbesondere das Backrohr. Mittwochs und freitags, wenn der Hofladen geöffnet hat, steht Manuela bereits um halb vier Uhr früh am Brotofen, knetet und formt Laibe und schießt sie ein, wie das in der Bäckersprache heißt. Sie rührt, kocht, bäckt und hat, bis das Töchterchen aufwacht, schon mehr zubereitet wie manche die ganze Woche nicht. Derweil steht Christian im Stall und kümmert sich um 25 Stück Milch- und 35 Stück Jungvieh, 24 Mast-Schweine und sechs Ziegen. Danach raus aufs Feld zum Getreide und den Erdäpfeln. Die Eltern helfen mit, wo es geht. Vater Norbert ist für das Fleischliche (Speck und Wurst) zuständig, Mutter Elisabeth rührt den (ja, den, nicht die!) Bauernbutter und formt Frischkäse in Herzform. Ein Familienbetrieb, wie er sein soll. Und so, wie es aussieht, wird das auch so bleiben.

• Ab-Hof-Verkäufe
• Direktvermarktung
• Regionale Produkte

Anders Hofladen, Obsteig
DI und FR 16-19 Uhr:
Bioprodukte von regionalen Erzeugern, Bauernprodukte

Peter Knapp, Obsteig
MO-SA: Speck und Würste aus eigener Produktion

Dismas Hofladen, Mieming
DI und FR 16-19 Uhr sowie „auf gut Glück“
Bäuerliche Spezialitäten, vielfach prämierte Speck- und Wurstprodukte aus eigener Produktion, edle Schnäpse, feine Liköre, Nudeln, Käse und Joghurt, Tee, Honig, uvm.

Steirer‘s Hofladele, Mieming
täglich geöffnet
Selbstbedienung und Selbstabrechnung auf Vertrauensbasis: Eier, Nudeln, Kräuter, Marmeladen, Kartoffel, Honig, Brot aus dem Holzofen (am Wochenende), Tiroler Jahrlingsfleisch im Winter, Geschenkkörbe, kleine Mitbringsel

Speck Mair, Telfs
MO-FR 8-12 und 14-18 Uhr, SA 8-12 Uhr
Schinkenspeck, Karreespeck, Schopfspeck, Bauchspeck, Kaiserspeck, Kaminwurzen

Erdäpfelkeller Silz
SA 9-12 Uhr: Tiroler Erdäpfel

Mair‘s Beerengarten, Rietz
MO-FR 8-12 und 13.30-18 Uhr, SA 8-12 Uhr
Edelbrände, Liköre, Marmeladen, Säfte, versch. Beeren, Sommerfrüchte

Klosterladen im Stift Stams
Juni bis September MO-SA 9-12 und 13-17 Uhr, SO und Feiertag 13-17 Uhr
Oktober bis Mai MO-FR 9-12 und 14-17 Uhr
Marmeladen, Säfte, Honig, edle Schnäpse, Liköre, Brände, frisches Brot aus dem Steinofen von Bruder Franz (jeden MO, MI und FR)

Forellenhof Oettl, Pettnau
DO 8-11 Uhr, FR 8-17 Uhr, SA 9-14 Uhr
Regenbogenforellen, Lachsforellen, Saiblinge (alle Fische als Filet – roh oder geräuchert)

Kattlers Hofladen, Oberhofen
MI und FR 15-18 Uhr
Produkte siehe Bericht.

Severlerhof, Oberhofen
FR 17-19 Uhr, SA 8-12 Uhr
Speck, Würste, Fleisch, Eier und Kartoffeln

Inzinger Bauernladen
FR 15-18 Uhr, SA 9-11 Uhr
Edelbrände, Liköre, Speck, Geselchtes, versch. Würste, Frischfleisch (Schwein, Rind), Bauernschinken, Verhacktes, Bündnerfleisch, Bauernsulze, versch. Käsesorten, versch. Knödel, Brot, Honig, Marmeladen, Obst und Gemüse, Bio-Getreide, Nudeln, Eier (Bodenhaltung), uvm.

Bauernmarkt im Raiffeisen Lagerhaus in Obermieming
November bis Ende März:
FR 15-17 Uhr, SA 8-11 Uhr (ausgenommen Feiertage);
April bis Ende Oktober:
FR 16-18 Uhr, SA 8-11 Uhr.

Bauernmarkt Telfs:
DO 8-12 Uhr (Vorplatz Inntalcenter), SA 8-12 Uhr (Ortszentrum)
Je nach Wetterlage sind die beiden Märkte ab Dezember bis ca. Februar ­(Inntal­center) bzw. März/April (Ortszentrum) geschlossen.

 

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